UMWELTBILDUNG / BILDUNG FÜR NACHHALTIGE ENTWICKLUNG

Nachhaltige Hochschulen

Hochschulen als Akteure der Bildung zur nachhaltigen Entwicklung

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Das Weltaktionsprogramm der UNESCO (WAP) für die Jahre 2015-2019 betont die Verantwortung der Hochschulen als Akteure für eine Bildung zur nachhaltigen Entwicklung (BNE). Zur Umsetzung des WAP BNE wurde am 20.07.2017 von der Nationalen Plattform Bildung für nachhaltige Entwicklung der Nationale Aktionsplan Bildung für nachhaltige Entwicklung (NAP) verabschiedet. Der NAP spricht den Hochschulen als Forschungs- und Bildungseinrichtungen bei der nachhaltigen Entwicklung eine zentrale Rolle zu.

Hochschulen erarbeiten und vermitteln durch Forschung und Lehre Wissen, Kenntnisse, Kompetenzen und Werte. Sie bilden MultiplikatorInnen und zukünftige Führungskräfte aus. Eine bedeutende Aufgabe der Hochschulen sowie eine wichtiger Hebel, um den gesellschaftlichen Wandel in Richtung Nachhaltigkeit voranzubringen, ist die Kompetenzentwicklung im Rahmen der Ausbildung pädagogischer Fach- und Lehrkräfte. Ohne das von den Hochschulen durch ihre Forschungsaktivitäten generierte Wissen und die Innovationen wäre die Gestaltung einer nachhaltigen Entwicklung nicht möglich. Indem sie das für die gesellschaftliche Transformation unerlässliche Orientierungswissen schafft, tragen die Wissenschaft und damit auch die Hochschulen eine gesellschaftliche Verantwortung. BNE können Hochschulen nicht zuletzt mit der Nachhaltigkeitsorientierung all ihrer Kerntätigkeiten wie Forschung, Lehre, Betrieb und Transfer aber auch durch ihr regionales und globales Engagement vermitteln. Unter den insgesamt 130 Zielen und 349 konkreten Handlungsempfehlungen des NAP wurden für den Bildungsbereich der Hochschulen, in fünf verschiedenen Handlungsbereichen jeweils 5 Ziele und insgesamt 50 konkrete Maßnahmen formuliert.

In der aktuellen Bayerischen Nachhaltigkeitsstrategie werden unter „6. Bildung und Forschung“ die Ziele und Maßnahmen für die nachhaltige Entwicklung an bayerischen Hochschulen genannt. Auch hier wird besonders auf die gesellschaftliche Verantwortung der Hochschulen und ihre Bedeutung als Innovationsmotoren hingewiesen.

Aktivitäten auf Bundesebene und in Bayern

Auf Bundesebene entstand schon in den 1990er Jahren die AG Hochschule, die 2015 in Partnernetzwerk Hochschulen und Nachhaltigkeit umbenannt wurde. In den letzten Jahren kamen auf nationaler und internationaler Ebene weitere Arbeitskreise zum Thema Nachhaltigkeit an Hochschulen hinzu. In der UN-Dekade für BNE (2005-2014), die dem WAP vorausging, fanden sich in Deutschland u. a. die Deutsche UNESCO-Kommission und die AG Hochschule zusammen, um das Thema voranzubringen. Daneben unterstützen der Wissenschaftsrat, die Hochschulrektorenkonferenz, der Rat für nachhaltige Entwicklung und das Bundesministerium für Bildung und Forschung eine umfassende Orientierung am Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung.


In Bayern wurde das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung bereits im Jahr 1997 in einer Regionalen Agenda formuliert. Vom Arbeitskreis BNE am Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz wurde in 2009 ein Landesaktionsplan für BNE entwickelt und in 2012 fortgeschrieben. Dieser Aktionsplan bezieht auch die Situation an den Hochschulen mit ein.

In 2012 gründete sich das Netzwerk „Hochschule und Nachhaltigkeit Bayern“ als Regionalgruppe des bundesweiten Partnernetzwerks Hochschulen und Nachhaltigkeit. Im Rahmen seiner Aktivitäten identifizierte das bayerische Netzwerk über 300 Akteure, die sich an bayerischen Hochschulen mit dem Thema nachhaltige Entwicklung beschäftigen.
Die Netzwerktreffen finden zweimal im Jahr im Wechsel an den beteiligten Hochschulen sowie im Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kultus und dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz statt.

Am 31.01.2018 fand eine öffentliche Aussprache über den schriftlichen Bericht zum „Stand der Umsetzung von Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung an bayerischen Hochschulen“ (Vollzug des Landtagsbeschlusses Drucksache 17/17880) statt. Diese soll in einem Jahr wiederholt werden.

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