UMWELTBILDUNG / BILDUNG FÜR NACHHALTIGE ENTWICKLUNG

Jugend-Umweltstation KjG (Katholische Junge Gemeinde)-Haus

Kurzportrait

Träger

Thomas Morus e.V.
Ottostraße 1
97070 Würzburg

Geschichte

Das KjG-Haus in Schonungen befindet sich seit 1995 in der Trägerschaft der Katholischen Jungen Gemeinde (KjG) Würzburg. Im Jahr 2001 wurde das erste Umweltprojekt "LÖWE - Lernen in Ökowerkstätten" gestartet, das bis 2004 über den Bayerischen Umweltfond gefördert wurde. Zur Erweiterung des Zielgruppe wurde 2004 das Projekt "XL-Factory - Die Erlebnisbaustelle" begonnen, das sich an Jugendliche ab 13 Jahre richtet. Auch dieses Projekt wurde über den Bayerischen Umweltfond gefördert.
Seit 08. Mai 2005 ist das KjG-Haus als Umweltstation staatlich anerkannt und wurde noch im gleichen Jahr ausgezeichneter Partner der Dachmarke „umweltbildung.bayern“.

2009 wurde das Klimobil-Projekt ins Leben gerufen: Dabei handelt es sich um einen umgebauten VW-Bus mit Photovoltaik-Anlage und aufbaubarem Windrad. Über diese "mobile Umweltstation" können wir seitdem unsere Bildungsangebote direkt zu den Gruppen zu tragen. 2010 wurden wir für dieses Projekt mit dem bayrischen Umweltpreis ausgezeichnet. Heute ist das Klimobil ein Hauptelement unseres Bildungsangebots. Wir können damit viele Gruppen aufsuchen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht mobil sind und deswegen nicht zum KjG-Haus kommen könnten.

Profil

Umweltbildung: weder Naturromantik noch Traumfabrik!

Die Grundlagen unserer Umweltbildungsarbeit liegen zwischen den beiden Polen „Persönlichkeitsentwicklung“ und „Umweltbildung“. Sie markieren sozusagen die Gravitationsfelder, an denen wir unsere Angebote ausrichten.
Bei der Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen, fühlen wir uns dem Anspruch verpflichtet, den sich die KjG und die Katholische Kirche bereits vor geraumer Zeit gestellt haben. In den Grundlagen und Zielen der KjG heißt es „die KjG unterstützt sie (Kinder, Jugendliche und Junge Erwachsene) darin, ihr Leben verantwortlich zu gestalten und eigene Lebensperspektiven zu entwickeln. Sie begleitet sie bei der Suche nach tragfähigen Lebensentwürfen und nach Orientierung. Sie ermöglicht ihnen einen Zugang zum christlichen Glauben und ermutigt sie zu einem selbstverantworteten Leben.“ Damit leistet die KjG einen elementaren Dienst an der Jugend, so wie es die Kirche in der Würzburger Synode 1975 als zentrale Aufgabe der Jugendarbeit formuliert hat.
Identitätsentwicklung und Subjektwerdungsprozess Jugendlicher können aber nicht dadurch gelingen, falschen Utopien nachzulaufen, so sein zu wollen wie andere, sondern, gelingendes Leben entwickelt sich authentisch und in selbstverantwortlichen Weise nur in der Auseinandersetzung mit den eigenen Realitäten und Wirklichkeiten. Die entscheidende Frage, die sich Jugendliche dabei stellen müssen, ist: Wo bin ich als Jugendlicher und Junger Mensch in diese Welt gestellt? Diese Frage zielt auf eine Ortsangabe und an diesen Orten muss Auseinandersetzungen geführt und Antworten gefunden werden. Das heißt für Kinder und Jugendliche: in ihren jeweiligen Familien, in den ihnen gegebenen Körpern, mit den ihnen individuellen Fähigkeiten, und mit ihren je eigenen Weisen, Wirklichkeit zu erfahren und wahrzunehmen. Unsere Angebote stellen deshalb die Erfahrung und die Auseinandersetzung in zwei Bereichen zur Verfügung: den eigenen Körper und die jeweilige Gruppe. Dies leisten wir vor allem mit erlebnispädagogischen und gruppendynamischen Maßnahmen. Die Jugendlichen lernen dabei sich und ihre Fähigkeiten, sowie ihr Verhalten in der Gruppe durch Selbst- und Fremdwahrnehmung kennen.

Umweltbildung ohne moralisierenden Blick

Der zweite Pol, an dem sich unsere Angebote orientieren, ist unser Verständnis von (post-)moderner Umweltbildung. Der Umweltschutz und damit auch die Umweltbildung hingen lange Jahre verführerischen Träumen und Utopien nach. In Anlehnung an den biblischen Schöpfungsbericht träumte man von einer Wiederherstellung des Gleichgewichts von Mensch, Gott und Schöpfung, sozusagen von der Rückkehr ins Paradies. Doch dieser Traum ist längst zerbrochen. Die „gute“ Schöpfung zeigt sich dem widersprechend allzu oft zerstörerisch und todbringend, der Klimawandel ist für Jahrzehnte nicht aufzuhalten und Deutschland ist angesichts seiner Urbanisierung beim besten Willen nicht mehr in ein Naturreservat zurück zu verwandeln. Fragt man Jugendliche nach ihrem Umweltbegriff, sehen sie zuerst ihr konkretes Lebensumfeld und erst an zweiter Stelle den Naturraum in einem engeren Sinn, allerdings häufig auch in einer überhöhten Naturromantik. Mit unserer Ansatz von Umweltbildung wollen wir an den konkreten Lebensumfeldern und -erfahrungen der Jugendlichen ansetzen und eine ehrliche und unmittelbare Naturerfahrung vermitteln. Wir gehen davon aus, das eine solche Umweltbildung gerade im städtischen Nahraum, zwischen Bahnlinie und Bundestraße und in gewachsener und gestalteter Kulturlandschaft stattfinden muss. So wie wir es auch in unmittelbarer Nähe zu unserer Jugend-Umweltstation vorfinden. Das sind, unserer Meinunge nach, die richtigen Orte einer realistischen und modernen Umweltbildung, die herausfordert, sich auseinanderzusetzen, neue Perspektiven einzunehmen, sich, seine Umwelt und die Natur neu zu entdecken, Partei zu ergreifen und sich weiter selbst zu entwickeln.

So sind unsere Angebote zwischen den beiden Polen Persönlichkeitsentwicklung und moderner Umweltbildung nicht ist in erster Linie Vermittlung von Lerninhalten – die sich ja in aller Regel aus Idealen und Utopien speisen - sondern zuallererst Angebote an Jugendliche, Erfahrungen mit sich und ihrer Welt zu machen und sie in ihren Auseinandersetzung zu begleiten und bei ihnen zu sein. Sie sind personales Angebot, das die Fähigkeit besitzt, Fragen zur Welt und zum eigenen Leben zu hören und auszuhalten. Sie kommen nicht besserwisserisch und moralisierend daher, und sie handeln subjektorientiert, d.h. Kinder und Jugendliche gestalten unsere Umweltbildung selber mit. Wir greifen die Fragen und Anliegen von Kindern konsequent auf und akzeptieren, dass Kinder und Jugendliche mit ihrem Suchen und Finden bereits viele Antworten und Lösungsmöglichkeit mit sich bringen. So geht es uns nicht darum, was Kinder und Jugendliche von uns lernen können, sondern darum, zu welchen Veränderungen wir durch Kinder und Jugendliche in der Gestaltung unserer Umwelt und unserer Zukunft herausgefordert sind, so wie es das Motto unserer Umweltstation „ein Haus von Jugendlichen – für Jugendliche“ zum Ausdruck bringt.

Impressionen

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