UMWELTBILDUNG / BILDUNG FÜR NACHHALTIGE ENTWICKLUNG

Fachtagung „Zukunft gestalten mit Bildung für nachhaltige Entwicklung“

Nachschau Bilder und Download von Tagungsmaterial

Fast 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beteiligten sich an der bayernweiten Fachtagung „Zukunft durch Bildung für nachhaltige Entwicklung gestalten“, die das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz am 15. Dezember 2016 im Caritas-Pirckheimer-Haus in Nürnberg veranstaltete.
Die Fachtagung stand im Zeichen des Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung der UNESCO sowie die Agenda 2030 mit den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs).
Die im Herbst 2015 verabschiedeten UN-Nachhaltigkeitsziele – die Sustainable Development Goals (SDGs) sollen weltweit u.a. Armut, soziale Ungleichheit, Naturzerstörung, schlechte Ernährung und mangelnde Infrastruktur beseitigen. Sie gelten zugleich für Entwicklungsländer und reiche Länder. Für den Erfolg der SDGs sind Bewusstseinsbildung, veränderte Einstellungen und ein nachhaltigeres Handeln jedes einzelnen Menschen nötig – eine große Herausforderung für die Bildung.

Nachfolgend finden Sie die Dokumentation der Beiträge und zahlreiche Eindrücke der Tagung.

 

 

 

Programmpunkte / Referenten/Download Präsentationen

Gesamtmoderation

Tilmann Schöberl

Tilmann Schöberl ist Moderator und regelmäßig beim Bayerischen Fernsehen und im Radio auf Bayern 1 zu hören. Seit 31. August 2005 moderiert Tilmann Schöberl im BR die Bürgersendungen "BürgerForum live", "Jetzt red I" und "Jetzt red i, Europa".

 

Begrüßung und Eröffnung
Amtschef Dr. Christian Barth, Bayerisches Staatsministerium für
Umwelt und Verbraucherschutz

Beschreibung

Barth Dr. Christian Barth ist seit Oktober 2013 Amtschef im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz. Der Amtschef ist der leitende Beamte des Staatsministeriums. Er lenkt, koordiniert und überwacht die Ziele und die Tätigkeiten der Abteilungen.

Die nachhaltige Republik
Prof. Dr. Harald Welzer, Professor für Transformationsdesign und
-vermittlung, Universität Flensburg und
Direktor FUTURZWEI. Stiftung Zukunftsfähigkeit

Beschreibung

Im Vortrag „Die nachhaltige Republik“, soll es um die sozialen, gesellschaftlichen Bedingungen und kulturellen Leistungen zu großen Transformationen gehen. Die Leitfrage „Welche Zukunft lässt uns die Gegenwart verstehen?“ dreht die herrschende Meinung um, der zu Folge Entwicklung stets Ergebnis vergangener Prozesse ist und das Neue anhand des Alten interpretiert wird.

Prof. Dr. Harald Welzer FUTURZWEI. StiftungWelzer

Prof. Dr. Harald Welzer (geb. 1958) ist Soziologe und Sozialpsychologe. Mitbegründer und Direktor von „Futur Zwei. Stiftung Zukunftsfähigkeit“, Professor für Transformationsdesign und –vermittlung an der Universität Flensburg, ständiger Gastprofessor für Sozialpsychologie an der Universität Sankt Gallen, Mitglied im Rat für nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung sowie im Zukunftsrat des Landes Schleswig-Holstein.

Auswahl der Veröffentlichungen:

  • Täter. Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden. Frankfurt/Main: Fischer 2005.
  • Klimakriege. Wofür im 21. Jahrhundert getötet wird, Frankfurt/Main: Fischer 2008.
  • Soldaten. Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben. Frankfurt/Main: Fischer 2011 (mit Sönke Neitzel)..
  • Selbst denken. Eine Anleitung zum Widerstand. Frankfurt/M.: Fischer 2013.
  • Die smarte Diktatur. Der Angriff auf unsere Freiheit. Frankfurt/M.: Fischer 2016.

Die Bücher von Harald Welzer sind in 22 Sprachen übersetzt worden. Ein Ranking des Georg-Duttweiler-Instituts vom letzten Jahr zählt Welzer zu den 100 wichtigsten Vordenkern weltweit.

 

UN-Dekade und Weltaktionsprogramm: Impulse für Bildung für eine nachhaltige Entwicklung

Prof. Dr. Ute Stoltenberg, Seniorprofessorin für Nachhaltigkeitsforschung, Leuphana Universität Lüneburg

Beschreibung und Download Präsentation

Bildung ist Voraussetzung und Bestandteil einer nachhaltigen Entwicklung – diese Aussage wird von vielen unterschiedlichen Akteuren geteilt. Nicht zuletzt durch die UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005-2014 wurde ein breiter öffentlicher Diskurs angestoßen und viele Projekte realisiert.

Allerdings gehen die Vorstellungen darüber, was Bildung für eine nachhaltige Entwicklung leisten kann und sollte, auseinander, ebenso wie die Vorstellungen hinsichtlich einer Verankerung von Bildung für eine nachhaltige Entwicklung – (nicht nur) im Bildungssystem.

So lohnt – wenn man klären möchte, wer sich künftig wie an den gemeinsamen Anstren-gungen beteiligen kann – ein Blick auf die Akteure und Initiativen zu Bildung für eine nach-haltige Entwicklung
ebenso wie auf die Frage, was die Motoren für eine Orientierung an dem Konzept „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ waren und sind und
wie die UN-Dekade dabei in Deutschland genutzt wurde.

Vor diesem Hintergrund sollen Perspektiven für die Weiterarbeit aufgezeigt werden. Von besonderem Interesse ist dabei, welche Rolle das „Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung“ dabei in Deutschland spielen kann.

Download Präsentation (PDF)

Prof. Dr. Ute Stoltenberg Stoltenberg (Foto: Stephan Röhl, Berlin) ist seit gut 20 Jahren Professorin an der Leuphana Universität Lüneburg, zunächst in der LehrerInnenbildung, heute als Seniorprofessorin für Nachhaltigkeitsforschung.
Sie ist seit vielen Jahren daran beteiligt, das Konzept Bildung für eine nachhaltige Entwicklung in Theorie und Praxis auszugestalten, für unterschiedliche Bildungsbereiche aber auch in seiner Bedeutung für Kommunale und regionale Entwicklung – auch durch internationale Zusammenarbeit und Gastprofessuren.

Sie ist Mitglied des Deutschen Nationalkomitees für das UNESCO-Programm „Der Mensch und die Biosphäre“ (MAB) und Mitglied des Stiftungsrats der Hamburger Klimaschutzstiftung. Seit 2016 ist sie Mitglied und Vorsitzende des Advisory Boards für das Forschungsprogramm „Earth System Science“ der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
Sie beteiligt sich an Arbeitszusammenhängen zur strukturellen Verankerung von Bildung für eine nachhaltige Entwicklung: in verschiedenen Arbeitzusammenhängen der UNESCO, als Mitglied des Fachforums Schule beim deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung zur Umsetzung des Weltaktionsprogramms und nicht zuletzt als Koordinatorin des „Deutschsprachigen Netzwerks LehrerInnenbildung für eine nachhaltige Entwicklung – LeNa“.

Nach.Hall.Tigkeit Michael Jakob, Poetry Slammer

Beschreibung und Download

JakobMichael Jakob aus Zirndorf (vormals Nürnberg) zählte in seiner aktiven Slam-Zeit (2003 bis 2011) zu den erfolgreichsten Poetry Slammern des Landes und wurde u.a. zweimal in Folge fränkischer Poetry Slam Meister. Auch nach seinem Rückzug aus dem Wettbewerb ist der dem Format treu geblieben. Er hat zwei Lehraufträge für Poetry Slam (Nürnberg und Coburg), betreut in rund 20 nordbayrischen Orten regelmäßige Slam-Reihen, schreibt immer noch fleißig Bühnentexte für Soloprogramme und seine Lesebühne DLDA in Nürnberg und Fürth und hat bereits sechs Bücher veröffentlicht. Seine kulturellen Aktivitäten (neben Poetry Slam auch Theater, Kabarett und Improvisationstheater) brachten ihm bereits mehrere Auszeichnungen ein, wie zum Beispiel den Wolfram-von-Eschenbach-Förderpreis des Bezirks Mittelfranken (2009) oder den Nürnberger Preis für Kunst und Wissenschaft (Nürnberg-Sitpendium 2012). Sein aktuelles – mittlerweile 15. – Bühnenprogramm heißt „Entblättert – Slam-Poetry ohne Textblatt“. (Foto: Valentin Olpp)

Nach.hall.tigkeit (PDF)

Der Pfenningbaum (PDF)

(c) Michael Jakob

http://michaeljakob.de/

Bildung in der digitalen Welt – Welchen Beitrag leistet Medienbildung für eine nachhaltige Entwicklung?
Prof. Dr. Rudolf Kammerl Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Beschreibung und Download Präsentation

Der Vortrag geht zunächst auf die Rolle der Medienbildung in der zunehmend von digitalen Medien geprägten Gesellschaft ein und zeigt aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen auf. Ausgehend davon werden mögliche Schnittmengen mit der BNE diskutiert. Dabei werden sowohl mediendidaktische Aspekte (Digitale Medien als Mittel der BNE) wie auch medienpädagogische Fragen (z. B. Ressourcenverbrauch der digitalen Welt als Thema von BNE und Medienbildung) aufgegriffen

Download Präsentation Prof. Dr. Rudolf Kammerl - MedienBildung (PDF)

Prof. Dr. Rudolf Kammerl FAU ErlangenRudolf Kammerl

Univ.-Prof. Dr. Rudolf Kammerl ist Leiter des Instituts für Lerninnovation in Fürth und Inhaber des Lehrstuhls für Pädagogik mit Schwerpunkt Medienpädagogik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.
Die Arbeitsschwerpunkte von Rudolf Kammerl liegen in den Bereichen: Mediensozialisationsforschung.


WORKSHOPS

WS 1: Worldcafe: Heute Luftschloss, morgen Zukunft?


Dominik Osbild und Friedemann Henning, Referenten für das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ)

Beschreibung und Download

Verschiedene Lebensbereiche wie die digitale Welt, Bildung, Fragen des Lebensstils und der Ernährung oder der Umgang mit Natur und Ressourcen werden in den Blick genommen. In einem "World Café" entwickeln die Teilnehmenden gemeinsame Visionen und Vorstellungen, wie die Zukunft gestaltet und die Bildung für Nachhaltigkeit weiterentwickelt werden kann. Leitung und Moderation: Referentinnen und Referenten für das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ)
Moderation: Dominik Osbild und Friedemann Hennings, Referenten für das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ)
Thesen des „World Café " (PDF)

WS 2:
Neue Medien in der Bildung – großes Potenzial oder große Herausforderung?


Günther Anfang, Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis

Beschreibung und YouTube-Clips

Smartphones und Tablet haben die Bildungsarbeit in den letzten Jahren revolutioniert und bieten viele Möglichkeiten kreativ und spontan mit Medien zu arbeiten. Trickfilm-Apps wie iStopMotion oder iMovie bieten schnelle Möglichkeiten kurze Umweltclips oder Erklärvideos herzustellen. Der Workshop zeigt auf, wie man in der Umweltbildung Smartphone und Tablets einsetzten kann und bietet die Gelegenheit an 10 Trickfilmstationen kurze Trickfilme oder Erklärvideos selbst herzustellen.

Vita: Günther Anfang Günther Anfang

Günther Anfang ist Medienpädagoge und Leiter der Abteilung Praxis am JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis.
Sein Schwerpunkt liegt in der praktischen Medienarbeit im Medienzentrum München des JFF. Er ist seit 1989 Redaktionsmitglied der Zeitschrift „medien+erziehung“ und hat zahlreiche medienpädagogische Zeitschriften- und Buchbeiträge veröffentlicht, u.a. „Grundbegriffe der Medienpädagogik“, München 2009, „Wischen Klicken Knipsen - Medienarbeit mit Kindern“, München 2015 und „Vom Plot zur Premiere – Gestaltung und Technik für Videogruppen, München 2006“.

YouTube-Clips:

Clip Adler

Clip Der schnelle Willi

Clip Eisbär

Clip Supermarkt

WS 3:
Bildung für nachhaltige Entwicklung: Weltaktionsprogramm und Agenda 2030 in Bayern umsetzen.


Prof. Dr. Ingrid Hemmer, Professur für Didaktik der Geographie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt,
Jürgen Forkel-Schubert,
Behörde für Energie und Umwelt der Freien Hansestadt Hamburg
Moderation: Jörg Radl

Beschreibung und Download

Ziel des Workshops: Gemeinsam Überlegungen anstellen, die Ziele und Maßnahmen von WAP und Agenda 2030 in den Fokus nehmen und daraus potentielle Umsetzungsschritte für Bayern ableiten.
Inhaltliche Kurzbeschreibung: Zwei Impulsvorträge leiten den Workshop ein. Ergänzt durch ein Stimmungsbild der Teilnehmer zur momentanen Situation. Kern des Workshops sind zwei themenorientierte Großgruppenarbeiten, die mit einer moderierten Zusammenfassung der Ergebnisse im Plenum der Tagung enden.

Prof. Dr. Ingrid Hemmer, Hemmer
Professur für Didaktik der Geographie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt

Seit 1991 Professur für Didaktik der Geographie an der KU Eichstätt-Ingolstadt. Ausbildung von Lehramtsstudierenden für das Fach Geographie in den Schularten Gy, RS, MS, GS. Geographie, Studiengangsleiterin des Masters BNE; BNE ist ein Schwerpunkt in Forschung und Lehre; Nachhaltigkeitsbeauftragte der KU; Sprecherin und Ko-Initiatorin des Netzwerks Hochschule und Nachhaltigkeit Bayern, Projektleiterin des Projektes KriNaHo Bay, Mitglied des nationalen Fachforums Schule und Nachhaltigkeit des WAP bei BMBF/UNESCO.

Vortrag Prof. Dr. Ingrid Hemmer (PDF)


Jürgen Forkel-Schubert, Behörde für Energie und Umwelt der Freien Hansestadt Hamburg

Seit 2001 Referatsleiter für Umweltbildung, BNE und FÖJ in der Behörde für Umwelt und Energie Hamburg. Leiter der behördenübergreifenden Initiative „Hamburg lernt Nachhaltigkeit“, Sprecher des WAP-Partnernetzwerks der deutschen BNE-Kommunen, Mitglied im Fachforum Kommunen beim BMBF, Co-chair des UNESCO GAP Partnernetzwerks „Accelerating sustainability at local level through education“ in Paris.

Vortrag Jürgen Forkel-Schubert (PDF)


Jörg RadlModeration: Jörg Radl
Studium der Forstwissenschaften sowie Studium der Erwachsenenpädagogik. Ausbildung zum Buisiness-Coach sowie zum Wirtschaftsmediator. Arbeitschwerpunkte der letzten 30 Jahre sind Führungskräfteentwicklung, Coaching, Change- und Strategieprozess-Begleitung, Einzel- und Gruppenlernen sowie Großgruppen- und Konfliktmoderationen in mittelständischen Unternehmen und Non-profit-Organisationen.

WS 4:
Wege einer gelingenden Integration geflüchteter Menschen


Marion Loewenfeld, ANU Bayern e.V., Birgit Baindl, Landratsamt Fürstenfeldbruck, und Asylsuchende

Beschreibung und Download

Was kann BNE zum Gelingen von Integration beitragen? Im WS werden Visionen, Szenarien und Rahmenbedingungen vorgestellt und gemeinsam neue Wege erarbeitet.
Marion Loewenfeld, 1. Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung (ANU) Bayern e.V., Loewenfeld

Arbeitsschwerpunkte: Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und außerschulische Umweltbildung, Fortbildung von MultiplikatorInnen; Mitglied im Partnernetzwerk „Außerschulische Bildungswelten“ des Weltaktionsprogramms „BNE“, hat die Website www.umweltbildung-mit-fluechtlingen.de initiiert und mit umgesetzt und ist in unterschiedlichen bayern- und bundesweiten Projekten zur Integration von geflüchteten Menschen durch Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung aktiv.

Birgit Baindl, Landratsamt Fürstenfeldbruck, und Asylsuchende

Marion Loewenfeld ANU Bayern - Wege einer gelingenden Integration (PDF)

Birgit Baindl - Ankommen und Verstehen(PDF)

Dokumentation Workshop 4 mit Fotos (PDF)

Kooperationspartner

Kernteam Umweltbildung.Bayern sowie die Träger des Freiwilligen Ökologischen Jahrs (FÖJ) in Bayern.

Zielgruppe der Fachtagung

Die Tagung richtete sich an VertreterInnen von außerschulischen (Umwelt-)Bildungseinrichtungen (u. a. Träger des Qualitätssiegels „Umweltbildung.Bayern“, MitarbeiterInnen von Umweltstationen), VertreterInnen von Verbänden, Vereinen und Kommunen, denen es ein Anliegen ist, die BNE in Bayern voran zu bringen sowie an die Zivilgesellschaft (insbesondere junge Erwachsene/Studierende).

 

Bildrechte liegen beim Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
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