UMWELTBILDUNG / BILDUNG FÜR NACHHALTIGE ENTWICKLUNG

Nachhaltige Hochschulen

Hochschulen als Akteure der Bildung zur nachhaltigen Entwicklung

Das Weltaktionsprogramm der UNESCO (WAP) für die Jahre 2015-2019 betont die Verantwortung der Hochschulen als Akteure für eine Bildung zur nachhaltigen Entwicklung (BNE). Hochschulen bilden zukünftige Entscheidungsträger und Multiplikatoren aus, die für die Erweiterung und Verbesserung des Wissens über Nachhaltigkeit ebenso verantwortlich sein werden, wie für dessen stärkere Bewusstmachung und Umsetzung. Hier ist es Ziel der BNE, die Fähigkeit zu fördern, sich persönlich und in Kooperation mit anderen reflektiert für nachhaltige Entwicklungsprozesse zu engagieren. Mit ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und Vorbildfunktion sind Hochschulen gefordert, in Forschung, Lehre, im eigenen Wirtschaftsbetrieb und durch das Anregen gesellschaftlicher Diskurse Beiträge zur Stärkung der Strukturen von nachhaltiger Entwicklung zu leisten.


In seinem Positionspapier „Zum wissenschaftspolitischen Diskurs über große gesellschaftliche Herausforderungen“ hat der Wissenschaftsrat im Jahr 2015 zum Thema Nachhaltigkeit Stellung genommen. Danach sind die Hochschulen als Einrichtungen der Gesellschaft und als Kern des Wissenschaftssystems aufgefordert zur zukunftsorientierten Entwicklung der Gesellschaft beizutragen. Zum selben Schluss kam auch die Hochschulrektorenkonferenz und die Deutsche UNESCO-Kommission in ihrem gemeinsamen Beschluss „Hochschulen für nachhaltige Entwicklung“ im Jahr 2010: „Die Hochschulen als Bildungsstätten für künftige Entscheidungsträger und als Zentren von Forschung, haben hierbei eine besondere Verantwortung und spielen eine entscheidende Rolle: Sie legen Grundlagen, indem sie in Lehre und Studium Kenntnisse, Kompetenzen und Werte vermitteln und in der Forschung Wissen und Innovation erzeugen, die für die Gestaltung nachhaltiger Entwicklung nötig sind.“

Aktivitäten auf Bundesebene und in Bayern

Auf Bundesebene entstand schon in den 1990er Jahren die AG Hochschule, die 2015 in Partnernetzwerk Hochschulen und Nachhaltigkeit umbenannt wurde. In den letzten Jahren kamen auf nationaler und internationaler Ebene weitere Arbeitskreise zum Thema Nachhaltigkeit an Hochschulen hinzu. In der UN-Dekade für BNE (2005-2014), die dem WAP vorausging, fanden sich in Deutschland u. a. die Deutsche UNESCO-Kommission und die AG Hochschule zusammen, um das Thema voranzubringen. Daneben unterstützen der Wissenschaftsrat, die Hochschulrektorenkonferenz, der Rat für nachhaltige Entwicklung und das Bundesministerium für Bildung und Forschung eine umfassende Orientierung am Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung.
In Bayern wurde das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung bereits im Jahr 1997 in einer Regionalen Agenda formuliert. Vom Arbeitskreis BNE am Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz wurde in 2009 ein Landesaktionsplan für BNE entwickelt und in 2012 fortgeschrieben. Dieser Aktionsplan bezieht auch die Situation an den Hochschulen mit ein.
In 2012 gründete sich das Netzwerk „Hochschule und Nachhaltigkeit Bayern“ als Regionalgruppe des bundesweiten Partnernetzwerks Hochschulen und Nachhaltigkeit. Im Rahmen seiner Aktivitäten identifizierte das bayerische Netzwerk über 300 Akteure, die sich an bayerischen Hochschulen mit dem Thema nachhaltige Entwicklung beschäftigen.

Projekt „Nachhaltige Hochschulen: Kriterien zur Bestandsaufnahme“

Das StMUV fördert in den Jahren 2016 und 2017 das Projekt „Nachhaltige Hochschulen: Kriterien zur Bestandsaufnahme“ des Netzwerks Hochschule und Nachhaltigkeit Bayern. Ziel des FuE-Projektes ist es, unter aktiver Einbindung der bayerischen Hochschulen einen Kriterienkatalog für eine systematische, standardisierte und gesamtinstitutionelle Bestandsaufnahme von Nachhaltigkeitsaspekten speziell an bayerischen Hochschulen zu entwickeln und seine Praxistauglichkeit zu testen.

Das StMUV förderte in den Jahren 2016 und 2017 das Projekt „Nachhaltige Hochschulen: Kriterien zur Bestandsaufnahme“ des Netzwerks Hochschule und Nachhaltigkeit Bayern.
Ziel des FuE-Projektes war es, unter aktiver Einbindung von Pilothochschulen einen Kriterienkatalog für eine systematische, standardisierte und gesamtinstitutionelle Bestandsaufnahme von Nachhaltigkeitsaspekten speziell an bayerischen Hochschulen zu entwickeln und seine Praxistauglichkeit zu testen.

Am 14. Juli 2017 fand nun im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz eine Abschlusspräsentation der Projektergebnisse statt.

Gruppenbild
An der Präsentation der Projektergebnisse im bayerischen Umweltministerium nahmen teil (von links nach rechts.):
Prof. Dr. Raimund Brotsack (TH Deggendorf), Prof. Dr. Gabriele Gien (Präsidentin der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt), Prof. Dr. Klaus Nitsche (Vizepräsident der TH Deggendorf), Christian Tichatschke (Universität Bayreuth), Prof. Andrea Klug (Präsidentin der OTH Amberg-Weiden), Markus Fürstenberg (Bay. Wissenschaftsministerium), Prof. Dr. Ingrid Hemmer (KU), Prof. Dr. Julia Kormann (Vizepräsidentin der Hochschule Neu-Ulm), Jens Boscheinen (Hochschule Neu-Ulm), Lara Lütke-Spatz (LMU), Prof. Dr. Markus Vogt (LMU), Prof. Dr. Bernard Bleyer (OTH Amberg-Weiden) und Dr. Christoph Goppel (Leiter des Bereichs Umweltbildung im Bay. Umweltministerium). (Foto: Armbrecht/Bay. Umweltministerium
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