Bayerisches Staatsministerium für
Umwelt und Gesundheit

UN-Dekade

Weltweite Aufmerksamkeit: die UN-Dekade „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“

Die UNESCO hat die Jahre 2005 bis 2014 Dekade „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ ausgerufen. Das Thema Bildung im Kontext von Nachhaltiger Entwicklung weltweit hat damit weltweit einen besonderen Stellenwert erhalten.

Wir alle sind eingebunden in eine weltweite Gemeinschaft der Verantwortung und der generationenübergreifenden Zukunftsvorsorge. Dies ist verkürzt die Kernbotschaft, die 1992 von Rio de Janeiro aus von der internationalen Staatengemeinschaft in die gesamte Welt getragen und 10 Jahre später beim Treffen in Johannesburg bekräftigt wurde. Die Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen und die Bekämpfung der Armut - zwei Seiten der selben Medaille – als die entscheidenden globalen Herausforderungen können nur bewältigt werden, wenn es gelingt, dem Leitbild der nachhaltigen Entwicklung Bewusstsein zu verschaffen, es in den Köpfen, auch in Herzen, der Menschen zu verfestigen. Bildung liefert dazu den Schlüssel.

Auf Empfehlung des Weltgipfels in Johannesburg 2002 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen in Fortführung der Agenda 21 eine Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ formuliert. Ihr Ziel ist es, die Prinzipien nachhaltiger Entwicklung weltweit in den nationalen Bildungssystemen zu verankern. Bildung für nachhaltige Entwicklung wird als unerlässliche Voraussetzung für eine weltweite Förderung nachhaltiger Entwicklung und als Querschnittsaufgabe des gesamten Bildungswesens gesehen.

In Deutschland erhielt die Deutsche UNESCO-Kommission auf der Grundlage eines einstimmigen Beschlusses des Deutschen Bundestags vom 1. Juli 2004 den Auftrag zur „Koordinierung der über die staatliche Ebene hinaus reichenden nationalen Aktivitäten im Rahmen der Weltdekade“. Die deutsche Umsetzung der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung" steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler.

Die Dekade hat das Hauptziel, das deutsche Bildungssystem auf nachhaltige Entwicklung hin auszurichten. Zur Zielerreichung wurden folgende vier strategische Handlungsanweisungen generiert:

  1. Weiterentwicklung und Bündelung der Aktivitäten sowie Transfer guter Praxis in die Breite
  2. Vernetzung der Akteure der Bildung für nachhaltige Entwicklung
  3. Verbesserung der öffentlichen Wahrnehmung von Bildung für nachhaltige Entwicklung
  4. Verstärkung internationaler Kooperationen

UN-Dekade in Bayern

Um die vier strategischen Ziele auch umzusetzen, wurde im Rahmen des Nationalen Aktionsplans ein Maßnahmenkatalog erstellt, in dem Modellprojekte, die strukturell die Bildung im Sinne der nachhaltigen Entwicklung voranbringen, aufgezeigt werden.

Fünf beispielhafte Initiativen aus Bayern wurden in den ersten Maßnahmenkatalog aufgenommen:

  • „ANU-Aktionsplan für Bayern“ – Unterstützender Prozess zur Weiterentwicklung der Umweltbildung zu einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (ANU)
  • „leben gestalten lernen“ – Bildung zur Nachhaltigkeit im Elementarbereich (LBV)
  • Projekt „Marketing für die Umweltbildung“ (StMUG)
  • Arbeitskreis „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (StMUG)
  • Qualitätszirkel „21 Kommunen – Gute Beispiele für eine nachhaltige Kommunalentwicklung“ (StMUG)

Parallel dazu haben die unterschiedlichen Akteure in Bayern mit einer Reihe von Veranstaltungen und Projekten die Impulse der UN-Dekade aufgenommen.

Eine Vielzahl von bayerischen Projekten wurde vom Deutschen Nationalkomitee als offizielle Dekadeprojekte anerkannt. Damit sollen vorbildliche Projekte, die im Kontext der nachhaltigen Entwicklung hervorragende Bildungsarbeit leisten, als offizielle Leuchtturmprojekte für die „Allianz Nachhaltigkeit Lernen“ ausgezeichnet werden.

Der seit Oktober 2002 wirkende Arbeitskreis „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ dient in der Umsetzung der UN-Dekade auf Landesebene als Informations-, Multiplikations- und Bündelungsforum. Der Arbeitskreis, der sich aus dem „Umweltforum Bayern“ entwickelt hat, bietet sich als Plattform an und vernetzt die Akteure der Lebens- und Arbeitsbereiche, die für eine Bildung zur nachhaltigen Entwicklung in Bayern Verantwortung tragen.

Diese sind:

  • Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungseinrichtungen im Elementarbereich
  • schulischen Umweltbildung
  • außerschulische Jugendbildung
  • Erwachsenenbildung
  • Hochschulen
  • Naturschutzverbände
  • Verbände der außerschulischen Umweltbildung
  • Kirchen
  • Wirtschaft und ihre Organisationen sowie Bildungseinrichtungen
  • Land- und Forstwirtschaft mit ihren verbandlichen Strukturen
  • Gewerkschaften und ihre Bildungswerke
  • Verbraucherschutz
  • Entwicklungspolitik und ihre Netzwerke
  • Medien.

Die Institutionen des Arbeitskreises wollen einerseits gemeinsam die internationalen und nationalen Ziele der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung“ unterstützen. Andererseits sollen die von der Dekade ausgelösten innovativen Impulse sowie die weltweite öffentliche Aufmerksamkeit zur stärkeren Vernetzung, Bündelung, Kommunikation und inhaltlichen Weiterentwicklung der Bildungsinstitutionen in Bayern genutzt werden.

Die vielfältigen Sichtweisen der Arbeitskreisinstitutionen auf die UN-Dekade werden derzeit im Aktionsplan „Akteure, Wege, Perspektiven - Bildung für nachhaltige Entwicklung in Bayern“ zusammengefasst. Es versteht sich als Grundlage, auf der Zivilgesellschaft und Staat über Ressort- und Disziplingrenzen hinweg in Dialog treten sollen. Ein Prozess, der für neue Partner offen steht, will die Impulse der weltweiten Aufmerksamkeit nutzen, um Akteure zu vernetzten, nach zeitgemäßen Wegen zu suchen und gemeinsame Perspektiven als bayerischen Beitrag im weltweiten Prozess der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung zu formulieren.